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Aktuelles / Nachrichten

"Emine aus Incesu" (2006) von Barbara Trottnow
Premiere im ZKM_Vortragssaal am 23. März 2006, 18:30 Uhr

Im Rahmen der aktuellen Projektarbeit "Bundesinitiative Integration und Fernsehen" (BIF) des ZKM | Institut für Medien und Wirtschaft stellte die Filmemacherin und Regisseurin Barbara Trottnow am 23. März ihren neuen Dokumentarfilm Emine aus Incesu (2006) vor. Im Anschluss an die Filmvorführung fand eine Podiumsdiskussion mit der Regisseurin Barbarar Trottnow, der Juniorprofessorin an der PH Karlsruhe Frau Dr. Havva Engin und dem Initiator der BIF Michael Mangold statt.

Podiumsdiskussion anhören...

"Emine aus Incesu. Die Geschichte einer Migration" (2006)
Dokumentarfilm von Barbara Trottnow

Emine war gerade 18 Jahre alt, als sie 1966 das kleine türkische Dorf Incesu verließ, um allein nach Deutschland zu gehen und zu arbeiten. Sie konnte kaum lesen, schreiben und rechnen, hatte sie doch nur zwei Jahre lang die Schule besuchen dürfen. Der Vater schickte sie in die Fremde, weil er hoffte, sie würde der Familie aus der Armut helfen.

In Deutschland wurden damals dringend Arbeitskräfte für das Wirtschaftswunderland gesucht. Von den Regierungen beschlossene Anwerbeabkommen lockten viele Menschen aus ihren Dörfern in deutsche Fabriken. Zwanzig Prozent der Arbeitskräfte aus der Türkei waren Frauen, die meisten kamen allein.

Im Film blickt Emine auf ihr Leben zurück. Inzwischen ist sie 56 Jahre alt, eine deutsche Kleinstadt ist ihr neues Zuhause, dort montiert sie seit vielen Jahren in einer modernen Montagehalle Einkaufswagen für Supermärkte. Ihre drei Kinder sind wie ihre vier Enkelkinder in Deutschland geboren und aufgewachsen. Von ihrem Mann lebt Emine seit kurzer Zeit getrennt, die während eines Urlaubs im Dorf geschlossene Ehe war nie glücklich.

Sehr offen gewährt Emine Einblick in ihr Leben und Denken. So erzählt sie von ihren Ängsten als junge Frau allein in Deutschland und den ersten Reaktionen im Dorf. Selbstkritisch geht sie auch auf die Frage ein, warum sie nicht richtig Deutsch gelernt hat. Ihre Kinder und ihr Bruder ergänzen ihre lebhaften Erzählungen. Ein Teil des Films spielt in Incesu, einer abgelegenen Ortschaft mitten in Anatolien. Wir begleiten Emine bei einem Besuch in der alten Heimat. Alltagsszenen, wie z.B. das Brotbacken auf einer Eisenplatte über offenem Feuer, lassen uns vergleichen zwischen dem Leben dort und hier, und machen zugleich deutlich, wie groß der Sprung ist, den Emine gewagt hat, und welchen Spagat sie noch immer versucht.

Längst ist Emine keine Gastarbeiterin mehr, sie hat sich dauerhaft in Deutschland niedergelassen, auch für ihre Kinder kommt eine Rückkehr in die Heimat ihrer Eltern nicht in Frage. Wer um ihre Geschichte und um ihre Lebensleistung weiß, wird Frauen wie Emine mit Respekt begegnen. Der Film wirbt für mehr Verständnis und Geduld, für mehr Zeit und Gelassenheit auf dem Weg zur Integration.

10. März 2006, Nürnberg
Weltpremiere von "Emine aus Incesu"

Vom 7. bis 19. März findet in Nürnberg das 11. Filmfestival Türkei / Deutschland statt. Im Rahmen des Festivals, das deutschlandweit als das wichtigste Festival für den interkulturellen Dialog zwischen dem deutschen und dem türkischen Kino gilt, wird Emine aus Incesu von Barbara Trottnow am 10. März 2006 in der Wettbewerbskategorie Dokumentarfilm zum ersten Mal dem internationalen Publikum vorgestellt. Das seit 1992 bestehende Filmfestival präsentiert einmal jährlich Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme aus Deutschland und der Türkei.

Weitere Informationen:
www.bt-medienproduktion.de
www.zkm.de/muw/
www.fftd.net

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